TeX Live 2017 erschienen

Heute wurde TeX Live 2017 freigegeben. Einige der Neuerungen sind:

  • TeX Live manager (tlmgr): Neuer Shell-Modus, Befehle entsprechen Aufrufen von tlmgr mit Optionen. Zur interaktiven Anwendung, noch nützlicher jedoch für Automatisieren durch Scripting.
  • TEXMF Verzeichnisbaumstruktur: Anwender können nun einfach TEXMF-Verzeichnis-Teilbäume hinzufügen, durch tlmgr unterstützt
  • LuaTeX: mehr
    • Callbacks
    • Kontrolle über Textsatz
    • Zugang zu Interna
  • XeTeX: Unicode/OpenType basiert nun auf HarfBuzz
  • updmap and fmtutil: erfordert nun Angabe des Modus (system oder user mode), um versehentliche falsche Anwendung zu vermeiden
  • texosquery-jre8: nees plattformübergreifendes Programn, mit dem man innerhalb von TeX-Dokumenten Betriebssystem-Informationen und lokale Daten abfragen kann

Für Download und Dokumentation siehe tug.org/texlive.

04. Juni 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: TeX Live | 1 Kommentar

Ein LaTeX-Editor-Projekt auf Kickstarter

Zunächst las ich es auf LaTeX.org: es gibt ein Kickstarter-Projekt zum Entwickeln eines freien Open-Source-Tabellen-Editors für LaTeX. Er wird in JavaScript geschrieben und kann auf Webseiten gehostet werden.

Das Ziel des Projekts ist, die Erstellung von komplexen Tabellen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Hierbei sollen GUI-Features helfen, wie zum beispielsweise für

  • Teilen und Zusammenfügen von Zellen
  • Ausrichten und Formatieren von Zell-Inhalten
  • Rotieren von Zellen-Inhalten
  • Einstellen von Hintergrund-Farben
  • Auswählen von Arten von Trennlinien, Randlinien und deren Breite
  • Importieren aus CSV, JSON und Text-Format, evtl. auch aus bestehendem LaTeX- und ConTeXt-Code
  • Exportieren nach LaTeX, HTML, evtl. ConTeXt und weiteren Formaten

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22. Mai 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: Editoren, LaTeX, Online Service | 1 Kommentar

Wie definiert man ein neues Gleitobjekt?

Dieser Beitrag ist zuerst auf Englisch in Clemens’ LaTeX Corner erschienen.

Vorwort

Wir kennen alle die zwei Gleitobjekte table und figure, die von fast allen Dokumentenklassen definiert werden. Immer mal wieder braucht man allerdings ein weiteres Gleitobjekt. zum Beispiel benötigen Chemiker oft eine Art scheme-Umgebung. Obwohl letztere leicht mit dem chemmacros-Paket und seinem scheme-Modul erhalten werden kann, will ich anhand dieses Beipiels verschiedene Methoden präsentieren, mit denen man Gleitobjekte definieren kann Weiterlesen →

08. Mai 2017 von Clemens
Kategorien: LaTeX | Schlagwörter: , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

TeX Live 2017 kann getestet werden

Die Vorabversion von TeX Live 2017 steht bereit und kann getestet werden. Diese Testversion kann unabhängig von einem bestehenden TeX Live installiert werden.

Quellen finden sich hier. Installation geht wie üblich mit dem install-tl-Script über das Internet, oder via rsync und install-tl lokal.

Jede Nacht wird die Testversion so ca. zwischen 5 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit neu gebaut und in den nächsten Stunden auf die Mirror-Server verteilt.

Wer die Installation ausprobiert, sollte am besten mal einige Beispieldokumente wie small2e oder sample2e übersetzen, sowie natürlich eigene Dokumente aus dem echten Leben.

Auf der tex-live mailing list kann man Diskussionen und Berichte verfolgen, und ggf. eigene Beobachtungen oder festgestellte Probleme mitteilen.

Es gibt eine überschaubare Anzahl von Änderungen, wie

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18. April 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: TeX Live | Schreibe einen Kommentar

Lesen von LaTeX-Artikeln

Heute las ich die LaTeX2e-News von April 2017. Zunächst versuchte ich es mit dem Smartphone, dann mit einem Tablet. Die News erscheinen nicht als Nachricht auf der Webseite, da gibt es nur einen Link. Lesen muss man es als PDF, in US Letter-Size (8,5 mal 11 inch), untagged, zweispaltig. Wenn man es ohne allzuviel Links-Rechts-Schieben lesen kann, muss man dennoch am Spalten-Ende weit nach oben und dann nach rechts scrollen. Ich finde das recht mühselig. Dabei ist es nur ein Fließtext mit ein paar Überschriften, er enthält weder Tabellen noch Abbildungen noch Aufzählungs-Listen, kein Grund dass man LaTeX zum Ausgeben braucht.

Das TUGboat TeX-Journal erscheint ebenfalls als untagged letter size PDF, zweispaltig. Das wird immerhin gedruckt, ein leserliches Druckformat hat seinen Sinn, und weitere Formate kosten Aufwand. Wobei ein Satzsystem wie LaTeX das Reformatieren für online publishing gut unterstützen sollte.

Die LaTeX-News werden nicht auf Papier ausgeliefert, und ich glaube, kaum jemand druckt sie zum Lesen aus, sondern man liest eher am Bildschirm oder auf einem Mobilgerät. Nicht einmal ein Bildschirm kommt portrait letter Format nahe. Die Motivation ist vmtl. halt LaTeX-Nutzung, doch ohne Beachten des Mediums. Als würde man ägyptologische News 2017 auf Steintafeln für die Fachleser liefern. :-)

</rant> :-)

Ich denke, man muss nicht zwingend LaTeX als Satzprogramm nutzen, um über LaTeX zu informieren. Das könnte LaTeX zugänglicher machen.

Zudem hoffe ich, dass TeX und LaTeX es dereinst schaffen könnten, epub o.ä. erzeugen zu können, etwas in der Art PDF oder HTML mit variabler Breite, doch aus LaTeX-Quelle.

Ich habe übrigens auch mal probiert, wie es mit der Reflow/Umfließen-Funktion des Adobe Readers aussieht, wenn man ein zweispaltiges Dokument einspaltig und mit variabler Breite lesen möchte:

latex-news-reflow

Der PDF-Reader sieht halt keine Leerzeichen, da es nur Zwischenraum gibt. Evtl. gibt es schon im Zuge der aufkommenden Unterstützung von tagged PDF das Einbinden von expliziten Leerzeichen, ähnlich zu \pdfinterwordspaceon mit pdfTeX.

 

17. April 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: LaTeX | Schreibe einen Kommentar

LaTeX2e News im April 2017

Diesen Monat erschien ein Update für LaTeX2e. Folgende Änderungen oder Neuigkeiten gibt es:

  • Zusätzlich zum yyyy/mm/dd Datumsformat, akzeptiert LaTeX nun ISO 8601 Datumsformat-Strings im Datums-Argument von \ProvidesPackage , \usepackage etc. Das bedeutet einfach Bindestriche statt Schrägstriche. Heute wäre es 2017-04-17.
  • Die neue TU-Codierung für Unicode-Schriften mit LuaTeX und XeTeX wurde für den Unter-Punkt-Akzent \d verbessert.
  • Verbatim-Umgebungen verwenden nun eine \language-Einstellung, um Probleme mit Schriften zu vermeiden, welche die Trennung nicht deaktiviert haben (via \hyphenchar=-1).
  • \- fügt nun \hyphenchar aus der aktuellen Schrift ein, statt einem einfachen -.
  • LaTeX unterstützt nun einen Parameter für eine voreingestellte Dokument-Sprache, was eher für Sprachpakete wie babel relevant ist, statt für Anwender.
  • Innerhalb von \parbox setzt LaTeX nun auch \lineskiplimit zurück.

Bezüglich Änderungen: man kann das latexrelease-Paket verwenden, um das alte Verhalten zu forcieren.

Die ganze Ankündigung in Englisch ist hier (nur als PDF). Dieser Beitrag steht auch in Englisch auf texblog.net.

17. April 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: LaTeX, Neuigkeiten | Schreibe einen Kommentar

Wer fährt noch zur BachoTeX?

Ende des Monats möchte ich zur BachoTeX fahren. Ich plante mit Kind und Kegel, wie man so sagt. Also mit Frau, zwei Kindern, dem Hund und etwas Gepäck. Hab einen Ford Tourneo 9-Sitzer Bus gemietet. Und nun erfahre ich, dass der Autovermieter Hertz verbietet, mit dem Auto ins EU-Land Polen zu fahren. Aus dem “Driver’s Guide“:

Die versuchte Einreise in gesperrte Länder führt zur fristlosen Kündigung des Mietvertrages, den Verlust der Haftungsbeschränkung und des Diebstahlschutzes sowie zur Belastung aller entstehenden Kosten sowie ggfs. zur Sicherstellung des Fahrzeuges durch die Grenzpolizei.

Für Polen gilt:

Verboten für Mercedes, BMW, Fahrzeuge der Premium Kategorie, SUV’s, Cabriolets und alle Transporter und LKWs.

Premium, Ford Tourneo? Naja. Ich hab lieber am Telefon nachgefragt. Da sagte man mir, außer mit Ford Fiesta und Äquivalent dürfe ich nicht nach Polen fahren.

Auf einmal ist die Fahrt nach Polen offen.

Fährt jemand zur TeX-Tagung nach Polen, von/über Hamburg, mit Lust und Möglichkeit auf ein großes Auto und entspannte Fahrt mit einigen Pausen? Ich übernehme gern die kompletten Benzinkosten, ggf. anteilig Amietkosten bei Leihwagen. Würde mich über eine kurzfristige Info freuen. Meine Frau schaut gerade schon nach Ferienhäusern an Nordsee und Ostsee, weil die Urlaubswoche ja schon fixiert ist. Würde halt gern mit allen nach Polen zur BachoTeX.

Stefan (stefan@texblog.net)

09. April 2017 von Stefan Kottwitz
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DANTE 2017 – Tag 3 – Nachmittag

Uwe Ziegenhagen begann den Nachmittag mit einem Vortrag über die Erstellung einer neuen Bib-Datei für die DTK, basierend auf BibLaTeX.

Leo Arnold und Uwe Ziegenhagen erstellten ein Repository auf https://github.com/dante-ev/dtk-bibliography.

Alle DTKs seit 1989 sind nun bearbeitet und ergeben eine PDF-Datei von aktuell 75 Seiten. Das Verzeichnis ist importierterbar in Jabref, so kann man Exportfilter verwenden, wie zu DocBook und HTML.

Da der Vortrag recht kurz war, setzte er mit einem weiteren Thema fort: seitenweise Versionsverwaltung.

Ausgangspunkt war der Bedarf, auf jeder Seite im Kopf vermerken, wann sie geändert wurde. Das sah nach einem Job für Apache Subversion (SVN) an.

Im Gegensatz zum dezentralen Git arbeitet Subversion ist zentral.

Ein guter SVN-Client ist TortoiseSVN. Empfohlen ist, eine anderen Rechner als Subversion-Server zu verwenden, oder ein gutes Backup. VisualSVN-Server eignet sich, das ist Apache mit Subversion-Erweiterung und in einer Basisversion kostenlos.

Jede einzelne Seite wird als separates Dokument Seite-<Nummer>.tex mit \include eingebunden. Jede Seite ist in das SVN repository eingecheckt.

Es wird das Paket svn-multi verwendet. Damit können SVN keywords auch für Teildokumente gesetzt werden. Weiterhin das Paket currfile, um den Dateinamen in den Seitenkopf zu schreiben. Dann wurde Code vom Paket varsfromjobname übernommen, um die Seitenzahl-Information aus dem Dateinamen herauszuziehen.

Als Liste für ein Verzeichnis von Änderungsdatum und Versionen kann man ein Verzeichnis definieren. Oder man nutzt ein vordefiniertes, wie das Abbildungsverzeichnis.

Siep Kroonenberg folgte, mit einem Vortrag über den TeX Live Launcher Tlaunch. Sie betreut eine TeX Live Installation für die Rijksuniversiteit Groningen (RUG). Hier wie in anderen Netzwerk-Installationen (zentral verwaltete Windows-PCs, Roaming Profiles, Remote Desktop Support, begrenzte Nutzer-Rechte), sollen die Einstellungen pro Nutzer erfolgen, jedoch die Software selber soll im Netz liegen.

Mit TeX Live bereits installiert im Netz, muss Windows noch konfiguriert werden (Startmenü-Einträge, Bindung Datei-Endung an TeX-Editor, sowie weitere TeX-Tools ins Startmenü u.a.).

Tlaunch ist ein Programm mit Menüs und Buttons für TeX-Programm-Aufrufe. Es ist wie ein Wrapper für die TeX-Programm-Sammlung, anstelle des Windows-Startmenüs.

Man kann den Launcher durch eine ini-Datei konfigurieren: Datei-Endungen mit Programmen verknüpfen, Datei-Typen definieren, Menüs definieren, Programme als Menü-Eintrag oder Symbol hinzufügen, Einträge für Dokumentations-PDFs oder Dateibetrachter diverser Formate hinzufügen, und Suchpfade festlegen.

Das nächste TeX Live Release soll den Launcher unterstützen und auf Wunsch installieren.

An der RUG sind im Launcher als Programme vorinstalliert: TeXstudio, TeXnicCenter, LyX, SumatraPDF, JabRef, epspdftk, und der LaTeX Haus-Stil. Der Nutzer kann z.B. einen Editor als voreingestellt auswählen. Das geschieht in einem Tools-Menü, wo man auch Umwandlungs-Programme findet und einen Kommandozeilen-Modus. Der Dokumentations-Abschnitt enthält ausgewählte PDFs zu LaTeX, Editor-Hilfe und Haus-bezogene Infos.

Für einige Programme sind Anpassungen nötig (Config in Anwender-Profil kopieren, Ausgabe-Profile oder anderes in die User-Registry eintragen). Das geschieht in einem Post-Config-Skript.

Allgemeine Datei-Endungs-Verknüpfungen sind nicht portabel, Nutzer-eigene Endungs-Verknüpfungen hingegen schon, doch sie können nicht einfach per Programm verändert werden.

Weitere Informationen gibt es auf CTAN: http://ctan.org/pkg/tlaunch

Ulrike Fischer gab eine kleine Einführung in expl3. Das ist die Sprache von LaTeX3, sozusagen der Unterbau. Es ist aktuell auch nutzbar und wird aktiv eingesetzt. Es enthält viele nützliche Programmiertools, die man im Alltag schon gut gebrauchen kann.

Sie gab einen kleinen Excurs in Catcodes und erklärte dann die expl3-Syntax. Das soll hier mal nicht wiedergegeben werden, es steht ja in der Doku. Es folgten Beispiele für Schleifen über Listen, sowie die Verwendung von Sequenzen (wie arrays). Weiterhin stellte sie das fp-Modul vor, das voll expandierbare Berechnungen erlaubt, sowie das Property-Modul (so etwas wie hashes).

Detaillierte Dokumentation:

Dann sprach sie noch über die neue Schriftkodierung TU. Seit neuestem startet LuaLaTeX bereits von vornherein mit OpenType Unterstützung, ohne dass das Paket fontspec geladen werden muss, Schriftcodierung ist TU. Das hat vorläufig einige Warnungen beim Übersetzen zur Folge (unbekannte Codierung), wenn gewissen Paketen TU noch unbekannt ist, es kann noch einige Ungereimtheiten geben, bis es sich völlig etabliert hat.

Abschließend dankte Martin Sievers den Vortragenden und im Namen aller insbesondere Helga Schwendicke vom DESY für die Organisation des Meetings: Seminarraum, Kaffee-Pausen, Restaurant-Essen, Bus-Transfers, Informationen – DANKE!

 

24. März 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: DANTE, Veranstaltungen | Schreibe einen Kommentar

DANTE 2017 – Tag 3 – DocBook zu LaTeX

Holger Bast vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Patrick Gundlach (speedata) stellten einen Weg vor, wie man ausgehend von DocBook komplexe Dokumente in LaTeX erzeugt.

Mit LibreOffice kämpfte man beim Erstellen von technischen Dokumenten mit leeren Seiten, verrutschten Grafiken uvm. und migrierte zunächst auf LaTeX. Zu den Anforderungen gehören

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24. März 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: DANTE, Veranstaltungen | Schreibe einen Kommentar

DANTE 2017 – Tag 3 – Geisteswissenschaften

Andreas Dafferner von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hielt einen Vortrag über die Digitalisierung von Kirchenordnungen aus dem 16. Jahrhundert. Das Ziel ist, sie online verfügbar zu machen. Es handelt sich um 30 alte Bände mit ca. 18.000 Seiten, die in einem Jahr digitalisiert werden sollen. 99,9% Genauigkeit ist der Anspruch, was Nachkorrigieren erfordert. Am Ende soll ein Buch entstehen und es ebenfalls online als PDF veröffentlicht werden. Ein Gesamtindex soll produziert werden.

Der Workflow wurde als Grafik gezeigt: von Scannen mit 600 dpi in TIFF über einen Roboscanner, Texterkennung durch OCR, XML-Aufbereitung mit PoCoTo (Post-Correction-Tool), Erzeugung von TXT und dann Verwendung von LaTeX und Xindy für das Generieren von PDF-Datei und Index. Es wurde Perl zur Erzeugung von Index-Daten verwendet sowie eine angepasste Xindy Stildatei, mit LuaLaTeX wurden dann PDF und Index mit 3 Ebenen ausgegeben.

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24. März 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: DANTE, Veranstaltungen | Schreibe einen Kommentar

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