DANTE Treffen 2017 Tag 1 – Nachmittag erster Teil

Der Nachmittag des DANTE-Treffens beginnt.

Nach dem Essen in der Kantine stellte Adelheid Grob neue und interessante Pakete vor, im Sinne von “Spaß mit LaTeX”.

  • Verhexte Mathematik: das Paket halloweenmath kann u.a. mathematische Symbole durch Hexen und Kürbisse ersetzen und noch mehr treiben. 
  • Bilder im Rand: das Paket randbild stellt Umgebungen bereit, um Grafiken in den Rand zu setzen.
  • EAN und ISBN mit LaTeX: das Paket ean13isbn bietet ein Interface zu EAN-Codes und ISBN-Nummern einschließlich Barcodes.
  • Raucherpause: das Paket zigaretten erzeugt zum Falten vorgesehene Zigarettenschachtel-Hüllen, um die unschönen Warnhinweise mit eigenen Texten zu überdecken.
  • Smileys: das Paket tikzsymbols bietet Smileys aka Emoticons und weitere grafische Symbole an, mit Parametrisierung für “Gefühlswerte” und Anpassungen z.B. von Farben der Smileys und von Winkeln bei Strichmännchen.
    Ein weiteres Paket coloremoji unterstützt Smileys wie in Twitter oder Whatsapp durch eingebettete kleine Bilder .
  • Altdeutsche Schriften: Fraktur, Gotik, Schwabach und Sütterlin sind möglich durch Pakete wie yfonts, sueterlin, sueterl, suet14, schwell, wesu. Mit XeTeX sind noch mehr altdeutsche Schriften direkt verwendbar. Eine noch offene Frage kam: gibt es Fraktur für Mathematiksatz? Vektoren werden ja manchmal so geschrieben.

Den nächsten Vortrag hielt Günter Partosch. Er sprach darüber, wie man einen vorgegebenen Satzspiegel sinnvoll einrichtet. Es ist manchmal nicht einfach, starren Vorgaben z.B. von Instituten gerecht zu werden. KOMA-Script-Klassen und Zusatzpakete wie geometry bieten geeignete Werkzeuge.

  • Problemstellung: z.B. feste Randvorgaben in Zentimetern
  • Abgrenzung: normale Seiten, keine Querseiten oder Verzeichnisseiten oder Titelseiten
  • Definition Satzspiegel: gedachte graue Fläche auf Papier. Ohne feste Vorgaben konstruiert man sie gern durch Rasterteilung (Neunerteilung, Zwölferteilung) oder Goldenen Schnitt. Das KOMA-Script-Handbuch enthält sehr viel im Detail darüber.
  • Standardklassen bieten recht wenige Optionen. LaTeX-Befehle (\enlargethispage, \setlength) machen das Leben nicht einfach.
  • Das Paket geometry ist Quasistandard zum Setzen konkreter Seiten-Parameter und achtet bereits auf konsistente Seiten-Einstellungen. Es gibt noch einige Pakete mehr, teils mit speziellem Einsatzzweck (fullpage, tocenter, zwpagelayout u.a. für Abmessungen und Schnittmarken, typearea). Pakete wie layouts und layout stellen Layouts in Werten und grafisch dar.
  • Querseiten sind mit lscape und pdflscape möglich.
  • KOMA-Script-Klassen (typearea), memoir stellen weitere Interfaces bereit.

Zusammenfassung:

  • starre Vorgaben einschließlich Ränder: geometry oder zwpagelayout geeignet, sowie setspace oder \linespread
  • Vorgaben nur zum Textbereich: typearea ist geeignet

Nun ist Kaffeepause.

 

22. März 2017 von Stefan Kottwitz
Kategorien: DANTE, Veranstaltungen | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Zur Frage, die während meinem Vortrag auftrat (s. oben), hier noch die Lösung:
    Im Paket amsmath ist der Befehl \mathfrak{} enthalten. :-)

    danke für den Artikel!

    • Neben dem \mathfrak aus AMSmath gibt es auch noch das aus dem Paket eufrak, das die Euler-Fraktur anbindet.

      \textfrak, \textswab und \textgoth aus yfonts hattest Du genannt, wimri; die funktionieren auch im Mathemodus.

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