DANTE Treffen 2017 Tag 1 – Nachmittag zweiter Teil

Beim DANTE-Treffen setzte Günter Partosch fort. Sein Thema waren Überschriften.

Die Aufgaben von Überschriften sind ja:

  • Strukturierung des Textes
  • Visuelle Kennzeichnung
  • Querverweise

Er betrachtet mehrere Änderungsmöglichkeiten:

  • Größe
  • Aussehen wie Schriftart und evtl. Dekoration
  • Abstände davor und danach
  • Nummerierung

Der erste Augenmerk galt den Standardklassen. Sie bieten ja Strukturierung durch \chapter und \section etc. in verschiedener Tiefe, mit grundlegenden Befehlen in LaTeX wie z.B. An/Abschalten von Nummerierung und deren Darstellung.

Er demonstrierte dann Zusatzpakete wie

  • fncychap - Bietet sieben vordefinierte Kapitel-Stile, eher dekorativer Art
  • quotchap - Dekorative Kapitel-Überschriften mit Zitaten oder Sprüchen
  • sectsty - Änderungen des Aussehens von Überschriften einschließlich Linien darüber und darunter
  • titlesec - Alternative Überschriften-Stile mit komplexem Interface
  • varsects - einfache Änderungen von Überschriften

In seiner Präsentation gab er Demonstrationen der genannten Pakete wie z.B. für dekorative Kapitelüberschriften und verschiedene Formatierungen wie eingerückte, zentrierte, blockartige oder eingebettete Überschriften.

In einer Tabelle stellte er die Pakete zu den ganz obengenannten Änderungsmöglichkeiten gegenüber.

Zum Schluss seines Vortrags betrachtete er die in KOMA-Script enthaltenen Gestaltungsmöglichkeiten, die über die Basisfunktionen hinausgehen. Die Einstellungsmöglichkeiten sind hier vielfältig. Grundsätzliches, wie Basis-Schriftgröße, ist schon über Klassen-Optionen möglich. Einstellungsbefehle (\setkomafont, \addtokomafont) erlauben Setzen oder Ändern von Schriftart und Formatierungen der verschiedenen Überschriften sowie weiterer funktionaler Text-Bestandteile. Weiterhin gibt es Befehle wie \RedeclareSectionCommand zur (komplexen) Einstellung von Abständen vor und nach Überschriften sowie Einrückung.

Ulrike Fischer folgte mit dem abschließenden Vortrag dieses Tages. Ihr Thema war Umgang mit Fehlern:

  • Analyse von Fehlern,
  • Korrektur,
  • Wie findet man Hilfe, wenn man selbst nicht weiter kommt.

Fehler sind alltäglich: Tippfehlern, Klammerfehler, Namens-Kollisionen, Bugs in Paketen, Options-Kollisionen, uvm. Routiniers stellt das nicht vor Probleme, so war die Präsentation weniger an die Teilnehmer selber gerichtet sondern gab vielmehr einen Überblick, womit die Einsteiger so zu kämpfen haben.

Sie demonstrierte auch einige Beispiele typischer aber auch ungewöhnliche Fehler.

Was sind gute Tips, die man geben kann?

  • Fehler besser gleich beheben, als aufzuschieben bis es zuviel wird
  • Kein nonstopmode
  • Schrittweise vorgehen
  • Neues in Minimalbeispielen testen (etwa ein Literatur-Verzeichnis oder einen Index, ehe man es ins fortgeschrittene Hauptdokument einbaut)
  • Dokumentation auch mal lesen ;-)
  • Absichern durch: Backups, Versionskontrolle, Testumgebung

Konkrete Fehlerbehandlung:

  • Bein allerersten Fehler anfangen
  • An Kopien debuggen
  • Unwichtiges entfernen (keine überflüssigen Pakete)

Hinschauen:

  • log-Dateien (.log, .blg, .ilg, …) und andere (.toc, .aux) je nach Problem
  • Ausgabe im Terminal
  • Tracing (\tracingmacros=1) und show-Befehle (\show, \showthe)
  • Unterschiede anschauen, z.B. mit diff (Linux/Unix/Mac) oder Windiff (Windows) in Eingabe oder Logfiles

Was hilft noch?

  • Nicht bei Annahmen hängenbleiben, Ursachen können auch dort sein, wo man sie nicht vermutet
  • Einmal anderen erklären, oder einer fiktiven Person, so dass man die Gedanken sortieren muss
  • Nicht stundenlang googlen und frustriert in Foren schreiben
  • Besser kurz suchen und dann eine qualifizierte Frage im Forum stellen
  • Wenn man Hilfe von anderen sucht: Fakten, Code-Beispiel, und Problembeschreibung liefern

Ulrike Fischer lud bei der Gelegenheit auch gleich mal zur Herbsttagung in Mönchengladbach ein. Man möge sich rechtzeitig anmelden. ;-) Voraussichtlich ab August.

Das war es für heute! Vielleicht gibt es noch was vom Abend-Treff zu erzählen.

 

 

22. März 2017 von Stefan Kottwitz
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