Das Paket polyglossia bietet die Funktion die Silbentrennung ganz auszuschalten. Für einen Lerntext für erwachsene Analphabeten muss die Silbentrennung ganz ausgeschaltet sein. Das gelingt leider nicht. Hier das Minimalbeispiel:

Open in Online-Editor
\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{xltxtra, %This package automatically loads the following packages: fixltx2e, metalogo, xunicode, fontspec
microtype}

\usepackage{polyglossia}
\setdefaultlanguage[spelling = new, babelshorthands = true]{german}
\disablehyphenation

\usepackage{blindtext}

\begin{document}
    \Blindtext
\end{document}

Vielleicht gibt es auch eine andere Lösung. Ich benutze XeLaTeX. Vielen herzlichen Dank!

gefragt 24 Jan, 05:29

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RMF
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Akzeptiert: 20%

bearbeitet 24 Jan, 10:21

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saputello
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Nach mehr als 1½ Jahren Mitgliedschaft und mehreren Fragen wäre es schön, wenn Du korrektes Markdown an Stelle von fehlerhaftem Markup produzieren würdest. Das Fragezeichen rechts über dem Eingabefeld des Editors steht da nicht aus Lust und Laune. Ist Dir nicht aufgefallen, dass Dein Code komplett falsch dargestellt wird?

(24 Jan, 06:28) saputello

Sorry, ist repariert

(24 Jan, 09:07) RMF

War von mir repariert. Tatsächlich hast Du es wieder kaputt gemacht! Lass den Unfug bleiben! Wir schließen Fragen auch nicht, wenn sie hier beantwortet wurden, sondern ggf. nur, wenn wir per Kommentar erfahren, dass sie irgendwie beantwortet sind, die Antwort aber hier nicht zu bekommen ist.

(24 Jan, 10:19) saputello

Warum die entsprechende Funktion von polyglossia nicht funktioniert, kann ich Dir nicht sagen. Das wäre vermutlich ein Fall für einen Bug-Report an den Autor.

Allerdings funktioniert Blocksatz ohne Trennung typografisch gesehen auch nicht. Um einen Text komplett ohne Trennung im Blocksatz zu setzen, müsste man entweder die Wortzwischenräume unmöglich dehnen, wodurch der Text unlesbar wird, oder man müsste den Text quasi als Kunstwerk bereits entsprechend verfassen, so dann keine überdehnten Wortzwischenräume notwendig werden.

Daher sein dringend empfohlen, Texte ohne Trennung immer im Flattersatz zu setzen:

Open in Online-Editor
\documentclass{scrartcl}
\usepackage{xltxtra}
\usepackage{microtype}% Bringt bei Flattersatz sehr wenig.

\usepackage{polyglossia}
\setdefaultlanguage[spelling = new, babelshorthands = true]{german}

\usepackage{blindtext}

\begin{document}
\raggedright% Linksbündiger Flattersatz (getrennt werden nur Wörter, die für sich länger als eine Zeile sind)
\Blindtext
\end{document}

Es sei außerdem darauf hingwiesen, dass die Verwendung von inputenc mit xelatex unsinnig ist. xelatex und lualatex unterstützen UTF8 nativ.

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beantwortet 24 Jan, 06:38

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saputello
18.4k22352

bearbeitet 24 Jan, 06:39

Danke. raggedright war die Lösung

(24 Jan, 09:09) RMF

@RMF: Ich habe Deine "Antwort" in einen Kommentar umgewandelt. Hier sind Antworten stets "echte" Antworten auf die Frage, keine Gespräche oder Danke. Das verbessert die Übersicht erheblich für die Archivierung der Lösungen. Ungewohnt und anders als in Webforen, doch innovativ und nutzbarer. Bemerkungen gern wie hier als Kommentare.

Danke geht bei uns allerdings mit einem Klick auf den Daumen hoch (kann jeder, dem die Antwort gefällt) oder einem Klick auf den Haken (kann nur der Fragesteller und nur bei einer Antwort ja Frage).

(24 Jan, 11:39) saputello

Meiner Meinung nach stimmt es nicht, dass Blocksatz ohne Trennungen nicht funktioniert. Es ist nur schwer solchen zu produzieren, aber prinzipiell ist das Ziel eines guten Blocksatzes immer so wenig Trennungen wie möglich zu haben. Mit microtype kommt man da auch echt gut hin.

(24 Jan, 14:52) Henri

@Henri: Das Ziel Trennung zu Minimieren bedeutet nicht, dass es (im Deutschen mit den teils sehr langen Wörtern) generell ohne Trennung geht. Das funktioniert nur, wenn man den Text entsprechend anpasst. Anderenfalls bekommt man min. unruhigen Text, der nicht nur die Optik, sondern auch den Lesefluss stören kann. Ich sehe das immer wieder bei Word-Dokumenten, die ohne Trennung in Blocksatz gezwängt werden. Dort ist es zugegeben noch etwas schlimmer als bei TeX, weil Word nur Zeilenumbruch, aber keinen Absatzumbruch beherrscht.

(25 Jan, 02:03) saputello

In xelatex muss \disablehyphenation nach \begin{document} stehen, in lualatex nicht. Das liegt daran, dass \disablehyphenation für die beiden Maschinen fundamental unterschiedlich funktioniert.

Für xelatex wird \langauge=\l@nohyphenation gesetzt, also quasi Trennmuster geladen, die keinerlei Trennungen enthalten. Allerdings lädt \setdefaultlanguage die Trennmuster \AtBeginDocument und überschreibt somit das \langauge=\l@nohyphenation in der Präambel. Man kann also entweder \AtBeginDocument{\disablehyphenation} nach \setdefaultlanguage innerhalb der Präambel haben oder \disablehyphenation nach \begin{document}.

In lualatex wird einfach der Callback "hyphenate" auf die Funktion falsefun gesetzt, die einfach nichts tut und false zurückgibt. Da der Callback nicht von \setdefaultlanguage überschrieben wird ist hier die Reihenfolge egal.

Open in Online-Editor
\documentclass[a5paper]{scrartcl}

\usepackage{polyglossia}
\setdefaultlanguage[spelling = new, babelshorthands = true]{german}

\usepackage{blindtext}

\begin{document}
\disablehyphenation
\Blindtext
\end{document}

alt text

Man denkt nun vielleicht, warum wird “gleichgültig” immer noch getrennt? Nun, das liegt am Paket blindtext, denn in der Definition des Blindtextes steht

Open in Online-Editor
Ist es gleich\-g\"ul\-tig, ob ich schreibe:

Man sieht, dass mit \- explizite Trennmarken eingesetzt wurden. Verzichtet man beim Schreiben des eigenen Textes auf diese, so bleibt die Trennung ausgeschaltet.

Für das folgende Beispiel deaktiviere ich \- durch \let\-\relax. Spielt man noch ein wenig am Parameter \emergencystretch herum, so kann man trotz deaktivierter Trennmuster einen ganz guten Blocksatz erhalten (Grauwert ist etwas zu niedrig, aber trotzdem nicht löchrig).

Open in Online-Editor
\documentclass[a5paper]{scrartcl}
\usepackage{polyglossia}
\setdefaultlanguage[spelling = new, babelshorthands = true]{german}

\usepackage{blindtext}

\begin{document}
\disablehyphenation
\emergencystretch=1.2em
{\let\-\relax % only for \Blindtext
\Blindtext}
\end{document}

alt text

Permanenter link

beantwortet 24 Jan, 14:27

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Henri
10.0k31730

bearbeitet 24 Jan, 15:25

Das mag für Blindtext stimmen. Die Idee disablehyphenation nach beginn{document} zu setzen, hatte ich auch versucht – leider ohne Erfolg. Erst raggedright hat das erreicht. Ich habe es mit einer größeren Menge Blindtext aus einem Blindtext-Generator getestet. Lässt sich immer gleich reproduzieren.

(24 Jan, 14:46) RMF

@RMF Kannst du mir ein Beispiel zeigen, wo es trotz abwesender expliziter Trennmarken zu Trennungen kommt? Das könnte dann nämlich ein Bug in TeX selbst sein.

(24 Jan, 15:04) Henri

Unter blindtextgenerator.de 200 Wörter mit 2 Absätzen von „Er hörte leise” in mein Minimalbeispiel kopieren. Das Wort „beleumundeten” wird bei Blocksatz trotz disablehyphention getrennt. Bei reggedright nicht.

(24 Jan, 16:48) RMF

@RMF Dieses Beispiel produziert diese Ausgabe. Hast du auch wirklich \disablehyphenation nach \begin{document} stehen?

(24 Jan, 17:38) Henri

Du hast recht. In diesem Minimalbeispiel ist die Trennung ausgeschaltet. Ich hatte in der Präambel noch ein weiteres disablehyphenation zu stehen. Zwei Befehle disablehyphenation – einer in der Präambel und einer nach begin{document} lösen den Fehler aus. Wird der Befehl disablehyphenation in der Präambel gelöscht, geht's einwandfrei.

(25 Jan, 01:12) RMF

Der Blocksatz im Beispiel ist von schlechter Qualität. Während der erste Absatz noch funktioniert, springt mir beim zweiten Absatz sofort ins Auge, dass die 6. Zeile sehr löchrig und die Zeilen neun und zehn sehr eng gesetzt sind. Das ist insbesondere im Zusammenspiel mit den zwei bis drei Nachbarzeilen wirklich auffällig unruhig. Das zu der Behauptung, Blocksatz würde auch ganz ohne Trennung funktionieren.

(25 Jan, 01:59) saputello

@saputello Das liegt aber daran, dass die Zeilen durch a5paper extrem kurz im Vergleich zur durchschnittlichen deutschen Wortlänge sind. Außerdem ist keinerlei Mikrotypografie aktiv. Hier (TeX, Bild) der gleiche Text, aber auf A4 und mit expansion und protrusion (LuaLaTeX).

(25 Jan, 04:09) Henri

@saputello Ich stelle außerdem gerade fest, dass ich nichtmal \disablehyphenation und \let\-\relax brauche und dennoch keine einzige Trennung erhalte. Blocksatz ohne Trennung funktioniert daher meiner Meinung nach sehr gut.

(25 Jan, 04:15) Henri

@Henri: Und weil das so gut funktioniert, fragen immer wieder Leute, wie man in Komposita mit Bindestrich nicht nur am Bindestrich trennen kann. Ich hatte erst kürzlich einen Text, bei dem Blocksatz nicht gut funktioniert hat, obwohl nur Fachausdrücke, die auch im Glossar aufgeführt wurden, nicht getrennt werden durften. Der Verlag wollte es trotzdem. Es hat es bekommen. Ich bleibe dabei: Allgemein funktioniert Blocksatz komplett ohne Trennung nicht gut. In Einzelfällen mag es gehen. In vielen Fällen muss man dafür Abstriche machen, die ich nicht nur Leseanfängern nicht zumuten würde.

(25 Jan, 06:15) saputello
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Frage gestellt: 24 Jan, 05:29

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Zuletzt aktualisiert: 25 Jan, 06:15