Auf dieser Seite liest man viel über LaTeX, weniger über TeX und sehr wenig über ConTeXt. Zum Beispiel wurde ConTeXt in einer Antwort auf die Frage Wie kann man aus LaTeX ein schönes eBook machen? erwähnt.

Aber was ist ConTeXt eigentlich und warum sollte ich mich dafür interessieren?

gefragt 04 Aug, 07:54

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Henri
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@Henri Sehr gute Frage! Ich weiß ein bisschen schon, würde bei Gelegenheit gern mehr drüber lesen, so wie hier, und sehe darum auch mit Interesse Deine alternativen ConTeXt-Lösungen auf LaTeX-Fragen. Eine Archiv-Frage/Antwort würde auch weiteren Neugierigen helfen. Auch als Referenz. Btw. evtl. könnte man Deine ConTeXt-Lösungen mal gesammelt verlinken, leider gibt es keine Tags für Antworten (tags sind Fragen-basiert). Oder mit ConTeXt-Archivfragen eine Sammlung nützliche Beispiele aufbauen.

(04 Aug, 11:25) stefan ♦♦

Was ist ConTeXt?

ConTeXt ist, genau wie LaTeX, ein Makropaket für das TeX Textsatzprogramm. Da die beiden aber vollkommen unabhängig voneinander entwickelt werde, haben sie nicht sehr viel miteinander zu tun. Beide haben natürlich gemeinsam, dass sie auf Plain TeX aufbauen und daher dieselben Regeln zutreffen, z. B. dass Makros mit \ beginnen.

Das fängt natürlich bei der Syntax an. Am Beispiel des folgenden Hallo-Welt-Dokuments zeigen wir die gravierenden Unterschiede.

Open in Online-Editor
\documentclass{article}
\begin{document}
\section{Hallo Welt!}
Hallo Welt.
\end{document}

In ConTeXt:

Open in Online-Editor
\starttext
\startsection[title={Hallo Welt!}]
Hallo Welt!
\stopsection
\stoptext

Die aktuelle Version von ConTeXt heißt MkIV (Mark 4) und baut auf LuaTeX auf. Die stabile, eingefrorene Vorgängerversion heißt MkII und unterstützte pdfTeX und XeTeX. Wenn man etwas über ConTeXt lernen möchte sollte man sich ausschließlich mit MkIV beschäftigen, da MkII seit langem nicht mehr weiterentwickelt wird und neue, interessante Features nur in MkIV implementiert werden.

Einen (meiner Meinung nach) guten Einstieg in die ConTeXt-Syntax liefert »ConTeXt MkIV, an excursion« welches in TeXlive über texdoc ma-cb-en zugänglich ist. Das ältere »ConTeXt, an excursion« ist unvollständiger und bezieht sich auf MkII.

Warum sollte ich mich für ConTeXt interessieren?

  1. Es gibt keine Pakete. Es existieren ein paar wenige Module, welche man mit \usemodule[<Modul>] einbindet, eigentlich ist es aber so gedacht, dass ConTeXt bereits alles mitbringt. Nie wieder Option clash for package XYZ.

  2. XML-Unterstützung. Mit ConTeXt kann man XML verarbeiten und setzen, aber auch exportieren um zum Beispiel docbook oder ePub zu erstellen.

  3. PDF-X. Manchmal ist es nötig standardisiertes PDF zu erzeugen. ConTeXt kann sogar tagged PDF erstellen, was mit LaTeX als unmöglich gilt.

  4. UTF-8- und Systemschriftunterstützung. ConTeXt MkIV baut auf LuaTeX auf und bringt entsprechend alle Funktionen mit, welche auch standardmäßig aktiviert sind.

  5. Grundlinienraster.

  6. Konsistentes Key-Value-Interface. Beinahe alles in ConTeXt funktionert über das Tripel \setupsomething[key=value], \startsomething, \stopsomething.

  7. Buffer und Setups. Um das zu schätzen muss man sich schon etwas mit ConTeXt beschäftigt haben.

  8. Lua-Interface. Alle Befehle, die in ConTeXt als \befehl verfügbar sind kann man innerhalb von ConTeXt auch in Lua verwenden mit context.befehl.

  9. Das context-Programm macht alles in einem Aufwasch. Es erkennt selbst wie oft es durchlaufen muss um Querverweise, Indizes und Literaturverzeichnis richtig zu haben. Es werden mit MkIV keine Zusatzprogramme wie makeindex oder bibtex benötigt.

  10. Es gibt weniger »Dateimüll«. context legt lediglich eine .log-Datei und eine .tuc-Datei an (Äquivalent zur .aux-Datei).

Permanenter link

beantwortet 04 Aug, 16:25

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Henri
10.0k31730

bearbeitet 15 Aug, 17:13

2

Dass Befehle mit \ beginnen (müssen) ist bei TeX keineswegs zwingend, sondern nur die Voreinstellung von iniTeX, die bei LaTeX und ConTeXt übernommen wurde. texinfo beispielsweise arbeitet stattdessen mit @.

(05 Aug, 01:37) saputello
4

Als Einführung ist ma-cb-en.pdf ganz nett, aber das Layout ist zum Weglaufen. Bei Contextmanuals hat man immer den Eindruck, das Wichtigste ist die Seitenzahl. Daneben gibt es blauen Kissen um die Codeteile, Tassenhenkel um Kapitelzahlen und aus irgend einem Grund grüne Punkte bei den Spaltentrennern.

(05 Aug, 11:13) Ulrike Fischer
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Frage gestellt: 04 Aug, 07:54

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Zuletzt aktualisiert: 15 Aug, 17:13