Ich benutze die Computer-Modern-Fonts und brauche das "Lang-S" (''ſ'') in Serifenschrift.

gefragt 04 Okt '13, 06:47

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Wilfried
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bearbeitet 04 Okt '13, 10:30

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Clemens
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Mit XeLaTeX und LuaLaTeX kannst Du es direkt verwenden:

% arara: xelatex
\documentclass{article}
\usepackage{fontspec}

\begin{document}
Lang-s: ,,ſ``
\end{document}

Mit pdfLaTeX ist es in TS1-Kodierung vorhanden. Zur Bequemlichkeit könnte man sich einen Befehl \longs definieren:

\newcommand*\longs{{\fontencoding{TS1}\selectfont s}}

Was macht diese Definition? \fontencoding{TS1} wählt TS1 als Schrift-Kodierung. \selectfont aktiviert die neuen Schrifteigenschaften. Die Eingabe s sorgt mit TS1-Kodierung für die Ausgabe das Lang-s, ist also der eigentliche Buchstabe. Die umschließenden Klammern { und } sorgen dafür, dass die Schriftkodierung auf das s begrenzt bleibt. \longs gibt damit das Lang-s aus.

Mit Hilfe des newunicodechar Pakets lässt sich das lang-s dann auch recht einfach direkt verwenden:

\documentclass{article}
\usepackage[TS1,T1]{fontenc}
\usepackage{lmodern}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{newunicodechar}

\newcommand*\longs{{\fontencoding{TS1}\selectfont s}}
\newunicodechar{ſ}{\longs}

\begin{document}
Lang-s: ,,\longs`` vs ,,f``\par
Lang-s: ,,ſ`` vs ,,f``

\sffamily
Lang-s: ,,\longs`` vs ,,f``\par
Lang-s: ,,ſ`` vs ,,f``

\end{document}

alt text


Mit XeLaTeX und LuaLaTeX hängt es nur davon ab, ob die verwendete Schrift die Glyphe hat:

% arara: xelatex
\documentclass{article}
\usepackage{fontspec}
\usepackage{booktabs}

\newfontfamily\libertine{Linux Libertine O}
\newfontfamily\computermodern{Computer Modern}
\newfontfamily\latinmodern{Latin Modern Roman}
\newfontfamily\dejavu{DejaVu Serif}
\newfontfamily\crimson{Crimson}
\newfontfamily\tgbonum{TeX Gyre Bonum}
\newfontfamily\tgpagella{TeX Gyre Pagella}
\newfontfamily\tgschola{TeX Gyre Schola}
\newfontfamily\tgtermes{TeX Gyre Termes}

\begin{document}
\begin{tabular}{ll}
  \toprule
    Name & So sieht's aus \\
  \midrule
    \computermodern Computer Modern & \computermodern Lang-s: ſ vs f \\
    \latinmodern Latin Modern Roman & \latinmodern Lang-s: ſ vs f \\
    \libertine Linux Libertine O    & \libertine Lang-s: ſ vs f \\
    \tgbonum TeX Gyre Bonum         & \tgbonum Lang-s: ſ vs f \\
    \tgpagella TeX Gyre Pagella     & \tgpagella Lang-s: ſ vs f \\
    \tgschola TeX Gyre Schola       & \tgschola Lang-s: ſ vs f \\
    \tgtermes TeX Gyre Termes       & \tgtermes Lang-s: ſ vs f \\
    \dejavu DejaVu Serif            & \dejavu Lang-s: ſ vs f \\
    \crimson Crimson                & \crimson Lang-s: ſ vs f \\
  \bottomrule
\end{tabular}
\end{document}

alt text

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beantwortet 04 Okt '13, 07:05

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Clemens
19.0k113060

bearbeitet 07 Okt '13, 11:42

Danke für die rasche Antwort. Leider ergibt das aber nicht das gewünschte Resultat, sondern ein "f" ohne die rechte Hälfte des horizontalen Balkens.

(04 Okt '13, 07:42) Wilfried
1

@Wilfried so sieht das lang-s beim Latin Modern Font eben aus... da musst Du Dich bei den Font-Designern beschweren...

(04 Okt '13, 07:51) Clemens

@Clemens Besten Dank für die serifenlose Variante. Die ist immerhin in Ordnung. (Wer sind denn die Font-Designer?) Kennt vielleicht jemand einen Serifen-Font mit korrektem Lang-S?

(04 Okt '13, 08:19) Wilfried
1

@Wilfried »korrekt« oder »in Ordnung« ist arg subjektiv im Zusammenhang mit Fonts. (Das ist als ob man über korrekte und falsche Interpretation von Songs redete.) Die Buchstabenform und das Aussehen werden von Fontentwicklern ja nicht zufällig gewählt, sondern sehr bewusst. Die Latin Modern Fonts sind Weiterentwicklungen der Computer Modern Fonts durch die GUST Foundry. Computer Modern wurde von D.E. Knuth (wenn ich mich nicht irre in Zusammenarbeit mit Hermann Zapf) entwickelt.

(04 Okt '13, 08:25) Clemens
1

@Wilfried wie Du in meiner editierten Antwort sehen kannst, sehen bei vielen Antiqua-Schriften das lang-s und das f sehr ähnlich aus.

(04 Okt '13, 09:03) Clemens

@Clemens Vielen Dank auch für die Beispiele! Nach anfänglichem Zweifel denke ich nun, dass das mit dem kleinen Balken seine Richtigkeit hat, nachdem ich auch das "ß" in diesen Schriften angesehen habe. Ich kenne allerdings aus Büchern überwiegend Antiqua-Varianten, in denen er (bei beiden Zeichen) fehlt bzw. kaum erkennbar ist. Die Frage ist somit für mich beantwortet. Danke nochmals, auch an @saputello.

(07 Okt '13, 11:06) Wilfried

Eine Frage habe ich nun noch dazu: Wofür steht das "s" in "selectfont s"?

(07 Okt '13, 11:19) Wilfried

@Wilfried siehe die überarbeitete Anwort :)

(07 Okt '13, 11:43) Clemens
Ergebnis 5 von 8 Alle anzeigen

In Ergänzung zu Clemens' Antwort sei noch eine Lösung angeboten, über die auch all jene, die noch nicht mit UTF8 als Eingabecodierung arbeiten können, ein langes-s eingeben können. Dazu wird einfach für babel eine neue Abkürzung "f ("s ist bereits belegt und kommt daher nicht in Frage) definiert:

\documentclass{article}
\usepackage[TS1,T1]{fontenc}
\usepackage{lmodern}
\usepackage[ansinew]{inputenc}
\usepackage[ngerman]{babel}

\defineshorthand{"f}{{\fontencoding{TS1}\selectfont s}}

\begin{document}
Lang-s: ,,"f`` vs ,,f``\par

\sffamily
Lang-s: ,,"f`` vs ,,f``\par

\end{document}

Auch hier ist das Ergebnis, wie gehabt:

Ergebnis mit babel shortcut/shorthand

Für andere Sprachen als ngerman, naustrian, german oder austrian muss man ggf. zuvor noch mit

\useshorthands{"}

das " als gültiges Abkürzungszeichen bestimmen.

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beantwortet 07 Okt '13, 05:16

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saputello
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