Hallo! Was mich in dem Zusammenhang mit der Frage Was macht eigentlich usepackage[T1]{fontenc}? interessiert hätte: Bei vielen Experten beginnt der Dokumentkopf wie in folgendem Minimalbeispiel:

Version 1:

Open in writeLaTeX
\documentclass[]{scrreprt}
\usepackage{selinput}
\SelectInputMappings{adieresis={ä},  germandbls={ß}}
\usepackage[ngerman]{babel}
\begin{document}

\section{Abschnitt}

foo föß bär füü

\end{document}

Es gibt bei \SelectInpuMappings noch die Option Euro={€} wozu das gut sein soll, frage ich mich allerdings bis heute – ein Eurosymbol bekommt man so jedenfalls nicht.

..........................................................................................

Daneben gibt es noch die

Version 2:

Open in writeLaTeX
\documentclass[]{scrreprt}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage[T1]{fontenc}  
\begin{document}

\section{Abschnitt}

foo föß bär füü

\end{document}

..........................................................................................

Beides führt m. W. zum gleichen Ergebnis.

Welche Version sollte eher verwendet werden?

Am Rande: Ich hatte mir noch überlegt, dass man hier zusätzlich das Paket microtype lädt, für scharfes Blocksatzlayout.

gefragt 21 Mai '14, 13:23

cis's gravatar image

cis
5.4k860168
Akzeptiert: 68%

bearbeitet 26 Jan '15, 01:31

saputello's gravatar image

saputello
18.4k22352

So, komplett neu....

(21 Mai '14, 18:34) cis

Wenn Du im ersten Beispiel auch noch fontenc hinzufügst, dann könnte man die Frage herunterbrechen auf »inputenc oder selnolig – welches soll ich verwenden, was sind Vor- oder Nachteile des einen oder anderen Pakets«, richtig?

(21 Mai '14, 19:30) Clemens

Oder das war schon die 1. AW:

usepackage[T1]{fontenc}  
sollte in beiden Versionen dabeistehen, richtig?

(21 Mai '14, 21:24) cis
1

@cis Ich glaube nicht, dass man die Fragen nach dem optimalen Dokumentkopf allgemein beantworten kann. Schon die einfache Frage nach der Verwendung von inputenc oder fontenc ist nicht allgemein zu beantworten. Wenn beispielsweise ein Anwender auf einen bestimmten Font angewiesen ist, dann ist dieser häufig leichter mit xelatex oder lualatex einzubinden. Dann ist aber weder inputenc (auch nicht indirekt über selinput) noch fontenc zu verwenden. Auch wandeln sich solche Dinge. Meiner Meinung nach sind sie daher eher von Fall zu Fall zu beantworten als allgemein.

(22 Mai '14, 02:29) Bes
1

@cis Wenn ich das richtig sehe, wäre derzeit als Überschrift etwas wie »Wie stelle ich die Codierung am besten ein?« passender, denn derzeit ist der Text der Frage eigentlich nur auf diesen Teilaspekt der Frage nach der optimalen Dokumentpräambel ausgerichtet. Ich finde es auch durchaus passend, die Gesamtfrage in solche Teilfragen aufzuteilen. Ob man dann auch noch eine Gesamtfrage stellt, deren Antwort letztlich aus Verweisen auf die Teilaspekte bestehen könnte, halte ich für möglich, da sie sich zwar Anwendern immer wieder stellt, aber kaum einfach generell beantwortbar ist.

(22 Mai '14, 02:46) Bes
Ergebnis 5 von 6 Alle anzeigen

Der Unterschied zwischen der Verwendung von selinput und inputenc ist, dass man mit inputenc via Option eine feste Codierung vorgibt. Man muss also selbst wissen, in welcher Codierung das Dokument vorliegt und sagt dann beispielsweise: Dieses Dokument ist UTF8-codiert und nichts anderes! Dagegen erklärt man bei selinput, welche Bedeutung einige Sonderzeichen haben. Daraus ermittelt das Paket dann selbst eine dazu passende Codierung.

Das Paket selinput hat auf den ersten Blick den Vorteil, dass Anwender, die gar nicht wissen, in welcher Codierung sie arbeiten oder was denn eigentlich die unterschiedlichen Codierungen bedeuten und wie die zugehörigen Optionen für inputenc heißen, sich mit dieser Frage zunächst nicht wirklich beschäftigen müssen. Dieser Vorteil kann sich jedoch auch in ein Problem verwandeln. Spätestens, wenn mit einer nicht in demselben Editor oder nicht mit denselben Einstellungen erzeugte Literaturdatenbank gearbeitet wird, muss man nämlich zumindest wissen, welche Codierung diese hat. Deshalb wäre es schon sinnvoll, wenn man wüsste, wie man die Codierung erkennt und wie man sie angibt.

Einen weiteren Vorteil bietet das Paket allerdings beim Austausch von Dateien mit anderen. Wird eine Datei in einen anderen Editor geladen und anschließend mit veränderten Codierungseinstellungen gespeichert, so werden Sonderzeichen meist umcodiert. Der Empfänger muss daher bei Verwendung von inputenc ggf. die Optionen ändern. Bei Verwendung von selinput entfällt dieser Schritt. Bei einmaliger Übertragung ist das kein Problem, wenn aber die Datei mehrfach hin und her übertragen wird, kann es nervig werden.

Noch extremer wird das ganze, wenn die Datei per Copy&Paste über WWW-Seiten, im Usenet oder E-Mails ausgetauscht wird. Dabei wird häufig die Codierung bereits beim Copy&Paste oder durch die Übertragung geändert. So liefern einige WWW-Seiten beispielsweise grundsätzlich UTF8 aus, während andere grundsätzlich ISO-Latin-1 (gleichbedeutend mit ISO-8859-1) verwenden. So kann sich die Codierung bereits beim Kopieren vom Editor in den Browser ändern. Genauso kann sich die Codierung beim Kopieren aus dem Browser in den Editor noch einmal ändern. Der Absender weiß also gar nicht, welche Codierung die Datei beim Empfänger haben wird (bei der ftp-Übertragung kann man solche Probleme hingegen leicht verhindern, indem man Textdateien ebenfalls im binär-Modus überträgt). Hier hat selinput also einen deutlichen Vorteil, da natürlich die Markerzeichen, über die selinput die Codierung selbst ermittelt, ebenfalls mit gewandelt werden.

Der Unterschied zwischen der Angabe mit oder ohne macht sich bei selinput übrigens beispielsweise bemerkbar, wenn man eine ISO-Latin-9-codierte Datei hat. ISO-Latin-9 (gleichbedeutend mit ISO-8859-15) hat im Unterschied zu ISO-Latin-1 ein Eurozeichen und kann darüber erkannt werden. Ebenso kann die ISO-Latin-1-Erweiterung, die als ansinew bekannt ist, dadurch von ISO-Latin-1 unterschieden werden. Bei Texten ohne direkt eingegebenes Eurozeichen, spielt das aber eher keine Rolle. Außerdem bereitet es natürlich Probleme, wenn der Empfänger eine Codierung ohne Eurozeichen verwendet. Damit das direkt eingegebene Eurozeichen ggf. auch tatsächlich in der Ausgabe zu einem Eurozeichen wird, muss allerdings auch ein passender Font in passender Codierung verwendet werden. Hier kann teilweise \usepackage{textcomp} helfen.

Bei Verwendung von LuaLaTeX oder XeLaTeX sollte man übrigens auf inputenc (und auch das in Kommentaren erwähnte fontenc) verzichten. Da selinput intern ebenfalls inputenc verwendet, sollte man dann genauso auf dieses Paket verzichten. Stattdessen sollte man dann einen Editor mit UTF8-Codierung verwenden (und statt fontenc das Paket fontspec laden). Dadurch verwendet man direkt die native UTF8-Codierung von LuaTeX bzw. XeTeX, die weit mehr kann als inputenc. Für Dokumente, die sowohl mit LuaLaTeX oder XeLaTeX als auch mit pdfLaTeX verarbeitet werden können, empfiehlt sich daher etwas wie:

Open in writeLaTeX
\usepackage{ifluatex,ifxetex}
\ifluatex
  \usepackage{fontspec}
\else
  \ifxetex
    \usepackage{fontspec}
  \else
    \usepackage{selinput}
    \SelectInputMappings{
      adieresis={ä},
      germandbls={ß},
    }
    \usepackage[T1]{fontenc}
    \usepackage{textcomp}% optional
    \usepackage{lmodern}
  \fi
\fi

Das Pakete lmodern habe ich im Beispiel geladen, damit dieselbe Grundschrift wie bei Verwendung von fontspec verwendet wird. Natürlich funktioniert das nur so lange bis man maschinenabhängige bzw. von fontspec abhängige Besonderheiten verwendet. Spätestens dann muss man sich für einen Weg entscheiden! Dann lohnt es sich ggf. auch über Kommentare (beispielsweise arara-Anweisungen) auch direkt im Kopf des Dokuments klar zu stellen, welches LaTeX zu verwenden ist!

Permanenter link

beantwortet 22 Mai '14, 02:22

Bes's gravatar image

Bes
1411516

bearbeitet 22 Mai '14, 03:42

1

@cis Ich habe hier nur die Frage inputenc oder selinput oder etwas ganz anderes beantwortet, weil mir in den Ausführungen zur Frage dies als das eigentlich zentrale Thema erschien. Andere Fragen nach dem optimalen Dokumentkopf sind IMHO kaum allgemein zu beantworten.

(22 Mai '14, 02:25) Bes
Deine Antwort auf die Frage (nicht auf andere Antworten)
Knebel-Vorschau

Folge dieser Frage

Per E-Mail:

Wenn Du Dich anmeldest, kannst Du Updates hier abonnieren

Per RSS:

Antworten

Antworten und Kommentare

Aktuelle Buch-Infos

LaTeX Cookbook

LaTeX Beginners Guide

Limitierter Rabatt ebook
50% Coupon code tDRet6Y

Markdown-Grundlagen

  • *kursiv* oder _kursiv_
  • **Fett** oder __Fett__
  • Link:[Text](http://url.com/ "Titel")
  • Bild?![alt Text](/path/img.jpg "Titel")
  • nummerierte Liste: 1. Foo 2. Bar
  • zum Hinzufügen ein Zeilenumbruchs füge einfach zwei Leerzeichen an die Stelle ein, an der die neue Zeile sein soll.
  • grundlegende HTML-Tags werden ebenfalls unterstützt

Zugeordnete Themen:

×40
×35
×14
×12
×7

Frage gestellt: 21 Mai '14, 13:23

Frage wurde angeschaut: 4,907 Mal

Zuletzt aktualisiert: 26 Jan '15, 01:31