Ich habe eine sehr grundlegende Frage. An meiner Universität wurde mir geraten "memoir" zu benutzen. Doch immer wenn ich in diesem Forum - oder bei stackexchange - ein Problem habe, wird mir immer eine ganz andere Dokumentklasse präsentiert. Deshalb würde ich gerne wissen: wozu benutzt man "memoir" - und wann nicht?

Außerdem wäre es nett, wenn mir Jemand kurz und knapp die wichtigsten Dokumentklassen erklären könnte - und wozu man wann welche braucht. Das wäre sehr sehr lieb. Denn ich blicke momentan nicht mehr durch.

gefragt 12 Sep '14, 17:45

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Basilius Sap...
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bearbeitet 13 Sep '14, 18:17

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cis
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Auf CTAN heißt es "memoir – Typeset fiction, non-fiction and mathematical books". Im Prinzip kann man alle seine Dokumente mit memoir setzen. Es gibt jedoch Situationen in denen andere Dokumentklassen geschickter sind.

(12 Sep '14, 18:46) Henri

»Doch immer wenn ich [...] ein Problem habe, wird mir immer eine ganz andere Dokumentklasse präsentiert.« – Wenn das Problem nicht mit der verwendeten Klasse zusammenhängt, ist es üblich, in Minimalbeispielen die article-Klasse zu verwenden.

(14 Sep '14, 06:06) Clemens

[Dies ist eine Zusammenstellung der Antworten auf TeX.SX auf die Frage What are the available “documentclass” types and their uses?]


Zur eigentlichen Frage "Wozu benutzt man memoir und wann nicht?": Jede Dokumentklasse erfüllt einen eigenen Zweck (auch wenn manche sehr ähnlich sind). memoir basiert auf book und eignet sich daher besonders für längere Dokumente, wie z.B. Bücher. Zum Setzen einer Anschlussarbeit ist memoir sicherlich gut geeignet, für eine Hausarbeit oder Übungsaufgaben ist die riesige Fülle an Optionen jedoch nicht von nöten.


Es gibt eine gute Übersicht über viele Dokumentklassen im TeX Catalogue unter der Rubrik Alternative Document Classes. Im Folgenden findet sich eine Auswahl an Dokumentklassen.

Die Standardklassen

Die wohl am häufigsten benutzten Klassen sind die Standardklassen. Diese werden mit jeder LaTeX Distribution ausgeliefert und gehören immer zu Standardinstallation. Die Standardklassen sind

  • book
  • report
  • article
  • letter

Koma-Script

Sehr beliebt im deutschsprachigen Raum sind die Koma-Script Klassen von Markus Kohm. Sie zielen auf hochwertige Typografie und einfache Anpassbarkeit ab. Zu den Koma-Script Klassen gehören

  • scrbook
  • scrreprt
  • scrartcl
  • scrlttr2

memoir

memoir basiert auf der Standardklasse book und integriert einen riesigen Haufen Pakete von vorne herein und bietet dadurch eine noch weitreichendere Anpassbarkeit als Koma-Script. Allerdings sind die Interfaces, dadurch, dass sie aus verschiedenen Paketen stammen, nicht wirklich einheitlich was die Konfiguration manchmal etwas anstrengend macht. Die Anleitung umfasst ca. 500 Seiten.

Präsentationen

Eine Dokumentklasse nur für Präsentationfolien ist z.B. beamer. Sie wurde ins Leben gerufen vom TikZ-Vater Till Tantau. beamer ist mittlerweile der quasi-Standard für LaTeX Präsentationen.

Andere, bei weitem nicht so umfangreiche Klassen, sind prosper, HA-prosper, powerdot und slides.

Journal Styles

Die American Mathematical Society bietet eigene Klassen für Eingaben zu ihren Zeitschriften, etc. an.

  • amsbook
  • amsart
  • amsproc

Ebenso gibt es eine Klasse der American Physical Society die für Eingabe zu den Physical Review Journalen verwendet werden sollte: revtex4-1.

standalone

Die standalone Klasse ist etwas komplizierter. Sie ist nicht gedacht um damit Inhalt zu setzen. Vielmehr ist sie gedacht um damit einzelne Grafiken zu produzieren, deren pdf später woanders eingebunden wird. standalone schneidet die Seite auf den Inhalt zurecht.

Flyer

Mit Hilfe der Dokumentklasse leaflet lassen sich dreispaltige "Flyer" setzen. Für ein Beispiel siehe meine Antwort auf die Frage Flyer Din lang hoch mit 6 Spalten.

Klausuren

Für Klausuren/Klassenarbeiten gibt es unter anderem die Dokumentklasse exam. Sie bietet umfangreiche Makros zum Setzen von Fragen und Antworten und hat verschiedenene Darstellungsmodi (mit/ohne Antworten).

Poster

TODO

CV

TODO


andere Dokumentklassen und Links kommen irgendwann

Permanenter link

beantwortet 12 Sep '14, 18:17

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Henri
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bearbeitet 12 Sep '14, 19:08

Bezüglich memoir und »Allerdings sind die Interfaces, dadurch, dass sie aus verschiedenen Paketen stammen, nicht wirklich einheitlich« – hast Du das ausgetestet oder eigene Erfahrung damit? Ich meinte gehört zu haben, dass die integrierten Pakete genau wie memoir selbst alle (ursprünglich) von Peter Wilson stammen, und hab mir daher immer vorgestellt, dass die Verwendung und Interfaces eigentlich alle ähnlich sein müssten?

(13 Sep '14, 07:45) Clemens

Man könnte auch auf die minimal-Klasse eingehen, und dass (und warum) sie i.d.R. nicht für Minimalbeispiele geeignet ist.

(13 Sep '14, 07:46) Clemens
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Frage gestellt: 12 Sep '14, 17:45

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Zuletzt aktualisiert: 14 Sep '14, 06:06