Gibt es eine Möglichkeit, den vertikalen Abstand zu inline math Objekten (z. B. Brüchen) zu erhöhen?

ich habe den Text im folgenden Beispiel so hingeschrieben, dass der Bruch direkt über dem großen P der Folgezeile steht und ich finde, dass es schlecht lesbar ist.

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\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\begin{document}
  Angenommen $\frac{n}{p}$ wäre eine zusammengesetzte Zahl. Dann lässt sich $\frac{n}{p}$ nach Satz blabla als Produkt von Primzahlen darstellen.
\end{document}

Ist es sinnvoller, den Zeilenabstand grundsätzlich zu erhöhen oder nur für solche Zeilen, in denen inline math vorkommt?

gefragt 24 Okt '16, 11:41

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tom75
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bearbeitet 25 Okt '16, 05:39

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Clemens
20.4k143461


Ungleichmäßiger Zeilenabstand ist eine typografische Todsünde. Ein zu großer Zeilenabstand ist auch nicht gut. Das zerstört den einheitlichen Grauwert der Seite und letzteres erzeugt stattdessen einen Gittereffekt. Beides verschlechtert außerdem die Lesbarkeit. Also sollte man solche Situationen vermeiden. Neben geringfügigen Umformulierungen oder Änderungen beim Umbruch, beispielsweise mit

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\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\begin{document}
  Angenommen $\frac{n}{p}$ wäre eine zusammengesetzte Zahl. Dann lässt sich $\frac{n}{p}$ nach Satz bla\-bla\nolinebreak als Produkt von Primzahlen darstellen.
\end{document}

wäre eine Möglichkeit bei Bedarf die Verwendung von nicefrac:

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\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{nicefrac}
\begin{document}
  Angenommen $\nicefrac{n}{p}$ wäre eine zusammengesetzte Zahl. Dann lässt sich $\frac{n}{p}$ nach Satz blabla als Produkt von Primzahlen darstellen.
\end{document}

oder des neueren aber experimentellen xfrac:

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\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{xfrac}
\begin{document}
  Angenommen $\sfrac{n}{p}$ wäre eine zusammengesetzte Zahl. Dann lässt sich $\frac{n}{p}$ nach Satz blabla als Produkt von Primzahlen darstellen. 
\end{document}

Kommt nichts davon in Frage, sollte man in der Tat eher den Zeilenabstand insgesamt leicht erhöhen. Dass hingegen das (notfalls durchaus automatisch herbeigeführte) Aufdehnen des Abstandes einzelner Zeilen nicht gut ist, zeigt folgendes Beispiel:

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\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{amsmath}
\usepackage{mwe}
\begin{document}
\blindtext
  Angenommen $\frac{n}{p\textstyle\smash[t]{\mathstrut}}$ wäre eine zusammengesetzte Zahl. Dann lässt sich $\frac{n}{p}$ nach Satz blabla als Produkt von Primzahlen darstellen. \blindtext
\end{document}

Schon im Screenshot eines Ausschnitts, in dem man den Bruch gar nicht sieht

alt text

fällt vielen Menschen auf, dass irgend etwas nicht stimmt. Bei Betrachtung des Gesamtabsatzes wird es ziemlich augenfällig:

alt text

Es ist dann in der Tat besser, insgesamt den Zeilenabstand moderat zu erhöhen:

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\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{mwe}
\linespread{1.05}
\begin{document}
\blindtext
  Angenommen $\frac{n}{p}$ wäre eine zusammengesetzte Zahl. Dann lässt sich $\frac{n}{p}$ nach Satz blabla als Produkt von Primzahlen darstellen. \blindtext
\end{document}

alt text

Natürlich ist dies nur bis zu einem gewissen Grad möglich. Ausladende Mathematik mitten im Text ist daher zu vermeiden.

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beantwortet 24 Okt '16, 13:24

saputello's gravatar image

saputello
10.0k53458

bearbeitet 25 Okt '16, 07:03

Ich würde lieber xfrac statt nicefrac verwenden. Die xfrac-Doku listet ein paar Probleme mit nicefrac im Abschnitt 1.2 »The Present«.

(25 Okt '16, 06:06) Henri

Allerdings ist xfrac IMHO schwieriger zu handhaben, wenn man andere Schriftarten verwendet, weil man sich dann in der Regel neue Instanzen definieren muss, um gutaussehende Brüche zu erhalten.

(25 Okt '16, 09:13) Clemens

Ich bin da pragmatisch und halte mich an das, was Donald Knuth im TeXbook vorschlägt:

A good typist or copy editor will convert fractions to a “slashed form,” whenever a built-up construction would be too small or too crowded.

Folglich:

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\documentclass{article}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\begin{document}
Angenommen $n/p$ wäre eine zusammengesetzte Zahl. Dann lässt sich
$n/p$ nach Satz blabla als Produkt von Primzahlen darstellen.
\end{document}

alt text

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beantwortet 25 Okt '16, 06:03

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Henri
13.3k42636

Wenn das eine einmalige Angelegenheit ist, kannst du dem p eine größere negative Höhe geben:

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$\frac{n}{p\rule[-4pt]{0pt}{0pt}}$

Wofür man sich natürlich auch einen Befehl definieren kann.

alt text

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beantwortet 25 Okt '16, 03:13

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crazyhorse
4323

bearbeitet 25 Okt '16, 03:14

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Frage gestellt: 24 Okt '16, 11:41

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Zuletzt aktualisiert: 25 Okt '16, 09:13