TeXwelt wurde neu installiert. Es funktionieren noch nicht alle Features und auch an den deutschsprachigen Formulierungen wird verbessert. Danke für eure Geduld.

Hallo, Ich soll mit LaTeX einen Flyer erstellen, welcher gefaltet die Größe a5 haben soll. Ich kriege es aber leider nicht hin mein Blatt zu teilen. Ich habe es schon mit leaflet versucht, aber es entstehen dann sechs Spalten, anstatt vier, die ich brauche.

gefragt 11 Nov '19, 17:19

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Diefrage
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bearbeitet 07 Jan, 16:38

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Ijon Tichy
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Welche Größe hat das ungefaltete Papier? Wie groß sollen die Seitenränder sein dürfen? Wird der Flyer beidseitig bedruckt? Kannst du bitte ein paar mehr Angaben über die Geometrie machen?

(12 Nov '19, 09:26) Skillmon
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Mach einfach ein ganz normales A5-Dokument (siehe Klassenoption a5paper). Die Anordnung auf A4-Papier kann man dann mit pdfjam oder direkt mit einem zweiten Dokument und pdfpages erledigen. Teilweise bieten auch die Druckertreiber selbst Möglichkeiten, mehrere A5-Seiten auf eine A4-Seite zu drucken.

(12 Nov '19, 13:27) der_zornige_...

Auch wenn @Diefrage offenbar jedes Interesse verloren hat, sei in Anlehnung an den Kommentar von @der_zornige_juergen noch einmal darauf hingewiesen, dass man einen A5-Fyler sowohl als einfaches Faltblatt als auch als Booklet mit mehreren Blättern sehr einfach in zwei Schritten erstellen kann. Zunächst erstellt man das Dokument ganz einfach als A5-Dokument. Dazu kann man jede Standardklasse, eine KOMA-Script-Klasse oder memoir jeweils mit Klassenoption a5paper verwenden. Auch viele andere Klassen bieten A5 als Papiergröße über eine Klassenoption (meist a5paper aber auch paper=a5 oder schlicht A5 oder a5) an. Ggf. kann man durch Verwendung von typearea oder geometry auch Klassen, die das normalerweise nicht unterstützen, A5 beibringen. Mit den beiden Paketen kann man auch die Satzspiegeleinstellungen bzw. die Ränder verändern.

Bei einfachen Faltblättern ist meist eine einseitige Einstellung zu wählen, da man min. 50% der Seiten ohnehin einzeln betrachtet. Auch ein Bindeverlust tritt nicht auf. Bei einem Booklet kann es hingegen sinnvoll sein, doppelseitige Einstellungen zu wählen. Das passiert bei nahezu allen Klassen, die es unterstützen mit Option twoside.

Ein einfaches Faltblatt verwendet normalerweise keine eigene Titelseite. Stattdessen verwendet man entweder einen Standardtitelkopf mit \maketitle wie er bei article und scrartcl voreingestellt ist. Da man auch keine echten Kapitel verwendet, dürften report, scrreprt, book oder scrbook hier ohnehin nicht das Mittel der Wahl sein. Bei Booklets kann die Wahl hier je nach Anwendungsbereich sehr unterschiedlich ausfallen. Man kann auch selbst einen Titelkopf gestalten. Dafür eigenen sich dann Umgebungen wie center oder auch eine minipage-Umgebung sehr gut.

Als Seitenstil verwendet man bei einem Faltblatt meist \pagestyle{empty} oder \pagestyle{plain}. Die Einstellung kann man bereits in der Dokumentpräambel vornehmen. \pagestyle{plain} ist bei article und scrartcl ohnehin die Voreinstellung und kann entfallen. Bei Verwendung von \maketitle und article benötigt man für empty auf der ersten Seite unmittelbar nach \maketitle noch ein \thispagestyle{empty}. Bei scrartcl kann man stattdessen in der Dokumentpräambel \renewcommand*{\titlepagestyle}{empty} einfügen.

Abschnitte innerhalb eines einfachen Faltblattes werden üblicherweise nicht nummeriert. Da man auch weder Inhaltsverzeichnis noch Kolumnentitel verwendet, kann man einfach zu \section*, \subsection* oder \subsubsection* und natürlich auch zu \paragraph* oder \subpararaph* greifen. Man kann mit \setcounter{secnumdepth}{-2} aber auch die Nummerierung abschalten und dann den Stern weglassen. Welche Ebene man verwendet, hängt bei article von der gewünschten Größe ab. Bei scrartcl kann man Option headings=small setzen und dann ggf. die Größen noch direkt per \RedeclareSectionCommands anpassen. Dabei kann man auch sehr einfach die Abstände vor und nach den Überschriften ändern.

Damit hat man die wesentlichen Einstellungen für ein Faltblatt zusammen und erstellt die vier Seiten. Leerseiten am Ende kann man mit \clearpage\null einfügen, braucht es aber normalerweise nicht.

Hier einmal ein kleines Beispiel für so ein A5-Dokument:

\documentclass[a5paper]{scrartcl}
\pagestyle{empty}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{blindtext}
\renewcommand*{\titlepagestyle}{empty}
\AfterReadingMainAux{%
  \ifnum\value{page}>5 \relax
    \GenericError{Flyer}{This flyer has more than 4 pages!}{}{}%
  \fi
}
\begin{document}
\title{Beispielflyer}
\author{Ijon Tichy}
\date{2. Januar 2020}
\maketitle
\subsubsection*{So geht es}
Wir erstellen hier erst einmal ein A5-Dokument.
\subsubsection*{So geht es weiter}
Dann machen wir daraus ein Booklet.
\subsubsection*{Wir brauchen Text}
\Blindtext[4]\blindtext[2]
\subsubsection*{Eine Leerseite am Ende geht auch}
\clearpage\null
\end{document}

Für die Anordnung der Seiten als Faltblatt hat man nun verschiedene Möglichkeiten. Einige Druckertreiber erlauben bereits selbst, A5-Dokumente auf A4-Papier anzuordnen. Meist werden dabei allerdings Seite 1 und 2 und Seite 3 und 4 jeweils paarweise auf eine Seite des A4-Papiers gedruckt. Das ist für ein Faltblatt nicht brauchbar, da hier Seite 4 und 1 und Seite 2 und 3 jeweils nebeneinander stehen müssen. Meist wird diese Sortierung Booklet oder Buchreihenfolge o. ä. genannt.

Man kann die Anordnung aber auch einfach mit pdfbook (ehemals Bestandteil von pdfjam) vornehmen. Der Aufruf lautet pdfbook --paper=a4paper file.pdf, wobei file.pdf der Name des zuvor erzeugten PDFs des A5-Dokuments ist. Als Ergebnis erhält man dann file-book.pdf. Ja, es ist Absicht, dass dabei die erste Seite auf dem Kopf steht. Für Duplexdrucker, die über die lange Seite drehen, ist das die korrekte Wahl.

Da pdfbook auf pdfjam basiert, kann man natürlich auch pdfjam direkt aufrufen. Der Aufruf wäre dann pdfjam --booklet true --landscape --suffix book --signature 4 --paper a4paper file.pdf.

Eine Alternative für die Verwendung von pdfbook und pdfjam wäre das Paket pfarrei. Dieses beinhaltet ein Lua-Script pfarrei. Ruft man dieses als pfarrei --booklet file.pdf oder texlua -- pfarrei.lua --booklet file.pdf auf, so erhält man file-booklet.pdf.

Es sei darauf hingewiesen, dass sowohl pdfbook bzw. pdfjam als auch pfarrei auf pdfpages basiert. Natürlich kann man dieses Paket auch selbst verwenden, um mit einem Hilfsdokument A5-Seiten (auch aus mehreren Dokumenten) auf A4 zu platzieren.

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beantwortet 02 Jan, 12:47

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gestellte Frage: 11 Nov '19, 17:19

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zuletzt geändert: 07 Jan, 16:38